Wählen Sie die richtige Kommissionierstrategie: Effiziente Warenhandhabung nach Art und Volumen

Wählen Sie die richtige Kommissionierstrategie: Effiziente Warenhandhabung nach Art und Volumen

Effiziente Kommissionierung ist das Herzstück jeder erfolgreichen Lagerlogistik. Hier werden Kundenaufträge in konkrete Handlungen umgesetzt – Zeit, Präzision und Organisation treffen aufeinander. Die Wahl der richtigen Kommissionierstrategie beeinflusst Produktivität, Fehlerquote und Arbeitsabläufe maßgeblich. Doch welche Strategie passt am besten zu Ihrem Betrieb? Die Antwort hängt von der Art der Waren, dem Auftragsvolumen und der Struktur Ihres Lagers ab.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Kommissionierstrategien – und wie Sie die passende für Ihr Lager auswählen.
Was ist eine Kommissionierstrategie?
Eine Kommissionierstrategie beschreibt, wie Artikel aus dem Lager entnommen werden, um Kundenaufträge zu erfüllen. Ziel ist es, Wege zu optimieren, Zeitverluste zu vermeiden und gleichzeitig eine hohe Genauigkeit sicherzustellen.
Es gibt keine universelle Lösung. Ein Onlinehändler, der täglich tausende Kleinstaufträge bearbeitet, hat andere Anforderungen als ein Großhändler, der wenige, aber umfangreiche Lieferungen abwickelt. Entscheidend ist, die Strategie an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen.
Die gängigsten Kommissionierstrategien
1. Einzelauftragskommissionierung (Single Order Picking)
Die einfachste Form der Kommissionierung: Ein Mitarbeiter bearbeitet jeweils einen Auftrag vollständig. Vorteile: Leicht umsetzbar, geringe Fehlerquote, ideal für kleine Lager. Nachteile: Ineffizient bei hohem Auftragsvolumen, da Wege mehrfach zurückgelegt werden. Am besten geeignet für: Kleine Unternehmen mit geringem Auftragsvolumen und vielen unterschiedlichen Artikeln.
2. Sammelkommissionierung (Batch Picking)
Mehrere Aufträge werden zu einem Kommissionierlauf zusammengefasst. Der Mitarbeiter entnimmt alle Artikel, die in mehreren Aufträgen vorkommen, in einem Durchgang. Vorteile: Reduzierte Laufwege, höhere Effizienz. Nachteile: Erfordert anschließende Sortierung der Artikel auf die einzelnen Aufträge. Am besten geeignet für: Lager mit vielen kleinen Aufträgen und häufig wiederkehrenden Artikeln.
3. Zonenkommissionierung (Zone Picking)
Das Lager wird in Zonen aufgeteilt, für die jeweils ein Mitarbeiter verantwortlich ist. Aufträge wandern von Zone zu Zone, bis sie vollständig sind. Vorteile: Spezialisierung, weniger Staus, hohe Effizienz bei großen Lagern. Nachteile: Erfordert Koordination und oft ein System zur Steuerung des Materialflusses. Am besten geeignet für: Mittelgroße und große Lager mit vielen Aufträgen und hoher Artikelvielfalt.
4. Wellenkommissionierung (Wave Picking)
Eine Kombination aus Sammel- und Zonenkommissionierung. Aufträge werden in „Wellen“ gruppiert – etwa nach Priorität, Liefertermin oder Versandroute. Vorteile: Hohe Flexibilität, optimale Abstimmung mit Versand- und Transportprozessen. Nachteile: Benötigt Planung und meist ein leistungsfähiges Lagerverwaltungssystem (WMS). Am besten geeignet für: Lager mit vielen parallelen Aufträgen und zeitkritischen Versandanforderungen.
Strategieauswahl nach Warenart und Volumen
Bei der Wahl der Kommissionierstrategie sollten Sie drei zentrale Faktoren berücksichtigen:
- Auftragsvolumen: Wie viele Aufträge werden täglich bearbeitet?
- Warenart: Handelt es sich um kleine, leichte Artikel oder um große, sperrige Güter?
- Auftragsstruktur: Bestehen die Aufträge aus wenigen oder vielen Positionen?
Ein E-Commerce-Lager mit vielen kleinen Bestellungen profitiert meist von Sammel- oder Wellenkommissionierung. Ein Ersatzteillager mit hoher Artikelvielfalt kann durch Zonenkommissionierung effizienter arbeiten. Bei großen, schweren Gütern – etwa Möbeln oder Maschinenteilen – ist die Einzelauftragskommissionierung oft die beste Wahl, da Transport und Handhabung mehr Platz und Zeit erfordern.
Technologische Unterstützung
Ein modernes Warehouse Management System (WMS) kann die Effizienz erheblich steigern. Es analysiert Auftragsdaten, schlägt optimale Laufwege vor und verteilt Aufgaben automatisch. Zusätzliche Technologien wie Pick-by-Light, Voice Picking oder automatisierte Kommissionierroboter reduzieren Fehler und erhöhen die Geschwindigkeit. Die Investition kann sich schnell auszahlen – durch gesteigerte Produktivität und Genauigkeit.
Messen, testen und anpassen
Selbst die beste Strategie braucht regelmäßige Überprüfung. Wichtige Kennzahlen sind Kommissionierzeit pro Auftrag, Fehlerquote und Laufwege der Mitarbeiter. Schon kleine Anpassungen – etwa bei der Routenplanung oder Zoneneinteilung – können große Verbesserungen bringen.
Binden Sie Ihre Mitarbeiter aktiv ein. Sie kennen die Abläufe im Lager am besten und können wertvolle Hinweise geben, wie Prozesse vereinfacht und beschleunigt werden können.
Die richtige Strategie schafft Mehrwert
Die Wahl der passenden Kommissionierstrategie ist mehr als eine logistische Entscheidung – sie ist ein Schlüssel zu Effizienz, Mitarbeiterzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit. Wenn Strategie, Technologie und Menschen harmonisch zusammenspielen, wird die Kommissionierung nicht nur schneller, sondern auch präziser und nachhaltiger. So entsteht ein Lager, das mit den Anforderungen des Marktes und den Erwartungen der Kunden Schritt hält.













